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Wenn Menschen sterben sind sie tot.

Es ist für viele ein trauriges Thema und mit sehr viel Leid und Schmerz verbunden: Das Sterben aka der Tod.

Oft ist es schwer die richtigen Worte zu finden, einen Menschen der trauert zu trösten. Ehrlich gesagt finde ich persönlich den Tod nicht schlimm. Jetzt mag man mich fragen, ob noch nie ein Mensch in meiner Umgebung gestorben ist. Doch, mehr als mir lieb sind. Dennoch bin ich nicht immun gegen Trauer, daran gewöhnt habe ich mich auch nicht.

In anderen Kulturen der Welt wird der Tod gefeiert.
„Was kommt, das geht.“

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Zuerst zum Leben: Jeder darf eine Runde Achterbahn fahren(ein Leben leben). Wir erleben Hoch und Tief, Krankheit und Gesundheit, Liebe, Hass, Sonne und Regen. Wäre alles immer nur gut und toll, würde es einer Seele langweilig werden (wir sind hier um Erfahrungen zu sammeln). Irgendwann ist die Fahrt vorbei – manche fahren kurze Strecken, manche Lange. Andere Wagen fliegen versehentlich aus der Bahn (Unfälle/Verbrechen). Aber keiner darf zwei Runden mit dem gleichen Wagen(Körper) drehen. Außerdem muss Platz geschaffen werden für andere Seelen in Körpern, die auch ihre Erfahrung auf der Erde machen wollen. Sie stehen in der Warteschlange und warten auf einen freien Geist und Körper. Soviel zu meiner Auffassung *gg*

Was lebt, das stirbt – eigentlich die normalste Sache der Welt. Irgendwie befassen wir uns in Deutschland immer nur dann damit, wenn es gerade einen Todesfall gab oder bald geben wird. Als kleines Kind verstehen wir es nicht und es wird uns auch nicht sinnig erklärt. Erwachsene reden nicht gerne darüber. In der Schule ist es auch nicht ein großes Thema. Es passiert und dann müssen wir damit klar kommen – in der Regel unvorbereitet. Dabei ist es klar das es ständig passiert und immer passieren wird. Warum nicht damit befassen und das ganze positiv wenden?

Wie funktioniert der Tod in anderen Ländern?
Nach der buddhistischen Lehre ist die Seele unsterblich und wandert immer weiter. Wenn der Mensch stirbt zieht die Seele in einen neuen Körper ein (Mensch oder Tier). Wo man landet hängt davon ab, wie gut man sich im vorherigen Leben verhalten hat. Das nennen die Buddhisten Karma. Deswegen haben die Buddhisten keine Angst vor dem Tod, sie sehen es als eine Chance, die Seele zu entwickeln. Nur die Hülle stirbt.

Die Hindu glauben auch an Reinkarnation. Damit das reibungslos funktioniert, müssen bestimmte Rituale abgehalten werden. Nach dem Tod muss der Körper verbrannt werden, denn das ist ihrer Auffassung nach der einzige Weg ins nächste Leben. Es ist wichtig, dass der Tote gereinigt wird. Mit der Reinigung des Körpers geht die Reinigung der Seele einher. In heiliges Wasser getauchte Tücher umhüllen den gesalbten Leichnam, der durch eine Hintertür mit den Füßen voran aus dem Haus getragen wird. Der Körper wird 5x umkreist (das steht für die fünf Elemente), erst dann wird der Scheiterhaufen vom ältesten Sohn angezündet. Nach ein paar Stunden ist nur noch die Asche übrig und diese wird in den heiligen Fluss gespült. Auf zum nächsten Leben!

In Ghana errichtet man ein großes (Volks)Fest an dem Ort, an dem der Tote gewohnt hat. Überall werden Plakate aufgehängt, damit jeder Bescheid weiß. Denn je mehr Menschen kommen, desto besser! Bei der Vorbereitung hilft die ganze Familie mit, auch die Kinder. Es gibt massenhaft Essen, viele typische Leckerein. Keiner soll hungrig bleiben. Bei der Beerdigung selbst trägt die Familie eine bestimmte feierliche einheitliche Kleidung (je nach Alter der verstorbenen Person in den Farben rot (unter 40 Jahre), schwarz (40-70 Jahre) oder schwarz-weiß (über 70 Jahre). Die engeren Familienmitglieder lassen sich bei einer Schneiderin/ einem Schneider aus einem einheitlichen Stoff extra Festtagskleidung nähen. Der Tote wird in einem Zimmer offen für alle zugänglich aufgebahrt, damit sich jeder verabschieden kann. Wenn sich alle verabschiedet haben, zieht die Gesellschaft mit viel Tamtam zur Kirche. In der Kirche wird gemeinsam gebetet und dann über das Leben des Toten gesprochen. Dann spielt eine Band und es wird ordentlich gefeiert. Nach der Zeremonie in der Kirche wird der Sarg zu Grabe getragen.

In Mexico gibt es Anfang November den Dia de los Muertos, den Tag der Toten. Die Mexikaner glauben, dass die Toten 1x im Jahr zurückkehren. Um sie willkommen zu heißen wird alles festlich geschmückt. Es gibt massenhaft Köstlichkeiten, auch Schnaps. Um die Verbindung zwischen den Toten und den Lebendigen noch näher zu machen, verkleiden sich die Mexikaner als Tote. Es gibt eine riesige Parade und das ganze Jahr über werden Choreographien einstudiert und an den Kostümen gebastelt. Nach der Parade treffen sich alle auf dem Friedhof.

Im Judentum ist es üblich eine Trauerzeit abzuhalten. Die Familienmitglieder sind alle zusammen Zuhause und werden von Freunden umsorgt. Sie kochen nicht selbst und haben sieben Tage (Schiwa – übersetzt: Sitzen) um sich alleine auf das Trauern zu konzentrieren. Sie gehen nicht zur Schule oder zur Arbeit. Sie sitzen und trauern. Die Totenwache ist ein fester Bestandteil des Rituals und ein Zeichen des Respekts. Bis zur Beerdigung wacht immer jemand bei dem Verstorbenen. Am Kopfende brennt dabei eine Kerze. Alle Spiegel werden verhängt, um nicht zwei Tote zu sehen. Der Verstorbene sollte innerhalb von 24 Stunden beerdigt werden, spätestens drei Tage später. Üblicherweise wird der Körper ohne Sarg in die Erde gelassen. Schneller Zerfall und Rückkehr in seinen ursprünglichen Zustand.

Was danach wirklich passiert hat mit Wissen nichts zu tun. Es ist wohl das beste behütete Geheimnis im Universum. Nach dem Tot ist alles möglich. Und jeder kann sich selbst entscheiden, woran er glauben mag. Das Leben ist eine aufregende total einzigartige Sache. Genieße es und mach das beste daraus!

Trauern ist okay. Es gehört dazu. Aber danach geht DEIN Leben weiter.
Wir müssen trauern, aber wir müssen unserer Trauer auch Grenzen setzen.
Die Trauer ist ein Ausdruck des Respekts gegenüber dem Verstorbenen sowie seiner Stellung in unserem Leben, so wie eine entscheidende Phase der Heilung für diejenigen, die den Verlust erlitten. Allerdings wünscht sich die Seele des Verstorbenen nicht, dass die Hinterbliebenen vor Kummer gelähmt sind. Im Gegenteil, den größten Nutzen hat die Seele wenn seine Geliebten zum aktiven, fröhlichen Leben zurückkehren, in dem ihre Gefühle der Liebe und Verehrung sich in Taten verwandeln, die die vergangene Seele ehren und seinen kontinuierliche Einfluss in unserer Welt bestätigen.

[3 Stunden Arbeit für einen Artikel, der sich in 5 Minuten lesen lässt.]

{ 4 comments… add one }
  • ilona-rennt Dezember 22, 2013, 6:47 am

    Für mich ist das Totschweigen des Sterbens, das größte Problem unserer Gesellschaft. Persönlich verstehe ich es nicht, warum der Tod ein „Tabu-Thema“ ist. Er ist allgegenwärtig. Durch das schweigen und nicht befassen, trifft es uns nur intensiver. Persönlich finde ich es besonders wichtig, im Kreise der Familie ein offenes Gespräch darüber zu führen. Ich bin froh, dass meine Familie das ebenso sieht. Natürlich macht es den Abschied nicht leichter, trotzdem ist eine gewisse Barriere gebrochen bzw. geschlagen.

    • DiamondOfTears Dezember 23, 2013, 8:36 pm

      Richtig. Es ist auch wichtig zu klären, wie man beerdigt werden möchte, im Falle eines Unfalles zum Beispiel. Auch sollte man mit der Familie über Organspende reden. Schön, dass ihr es nicht totschweigt 🙂

  • Lorena Dezember 22, 2013, 5:00 pm

    Letzte Woche mussten wir unseren Hund einschläfern lassen. Nierenversagen. Da kann man leider nichts machen – Spendernieren gibt’s da nicht… Und leider ist sie nur 6 Jahre alt geworden…
    Ich war (bin es natürlich immernoch) sehr traurig am Anfang. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Das war der 1. Todesfall in meinem Leben. Meine Eltern helfen mir da auch nicht sonderlich, meine Mutter weiß selber nicht wie sie damit umgehen soll… Also habe ich mir einen eigenen Plan entwickelt: Ich denke einfach gaanz fest an sie, wenn ich etwas tue, was sie auch gern getan hat (Laufen gehen, Spaghetti essen, …) und tue das in Gedenken. Ich muss sagen, das hilft echt! Mittlerweile freue ich mich sogar, wenn ich Hundehaare an meinen Socken finde 🙂

    • DiamondOfTears Dezember 23, 2013, 10:20 pm

      Hallo Lorena,

      fühle dich mal ganz doll gedrückt!
      Schön, dass du dich auch über Haare von ihr freuen kannst.
      Ich habe noch Jahre später vereinzelte Haare gefunden und mich immer gefreut, da ich aus heiterem Himmel an meine Katze erinnert wurde. Es ist toll, dass du es so umwandelst.

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