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10.22 Uhr – Bustour

Jeden Morgen steige ich in den Bus um 10.22 Uhr. Eine Station nach mir steigt der Prollo mit seinem Handtuch ein, auf dem Weg ins Fitnessstudio. Rasierklingen unter den Achseln und im Schritt. Ob trainieren so Spaß macht? Irgendwann steigt die junge Spanierin mit dem Neugeborenen dazu, sie ist auf dem Weg zur Universität. Natürlich haben wir uns schon über unsere Süßen unterhalten. Der Bilde steigt dann ein, wenn Maria mit ihrem Sohn George aussteigt. Meistens sind die vorderen Plätze besetzt. Jedes Mal ist es faszinierend zu sehen, wie sie alle dramatisch blickficken… wer jetzt Platz machen muss.

Immerhin ist der Bus im Stadtzentrum und kommt nur alle 20 Minuten. Der Typ mit der Hornbrille steigt kurz vor mir aus, ist aber schon immer im Bus, wenn ich einsteige. Er sieht so aus, als würde er schlafen. Lehnt sich auf seinen Krückstock und schließt die Augen. Zumindest sieht es so aus. Die freundliche Türkin flirtet immer mit meinem Kind. „Yemez“ (Ich fresse dich auf) ist wohl das meist verwendete Wort, dass ich von ihr höre.
Die Busfahrt ist eine Meditation. Faszinierend ist, wenn ich den Bus verpasse, doch der eine oder andere aus meiner gewohnten Fahrt dazu steigt. Dann wird sich kurz zugenickt oder „Hallo“ gesagt. Eines Tages lerne ich sie veilleicht etwas besser kennen. Wenn wir dann „zufällig“ zusammen sitzen. Bis dahin versuche ich mich auch an die Montagsfahrer zu erinnern 🙂

{ 2 comments… add one }
  • Christiane Juli 5, 2012, 3:24 pm

    sehr faszinierend, denn das hat etwas von Geborgenheit, eine Art Ritual. Ich finde sowas unglaublich spannend! Danke für diesen witzigen Bericht!

  • lillylifeless Juli 8, 2012, 5:14 pm

    Sehr interessant zu lesen. Gerne mehr solcher Geschichten. 🙂

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